Transfagarasan: der schönste Teil der Rückreise

Auf einer Länge von 117 Kilometern windet sich mit der Transfagarasan eine spektakuläre Gebirgsstraße durch das Fagaras-Gebirge in den Transsilvanischen Alpen. Sie verbindet die rumänischen Regionen der Walachei und Siebenbürgen miteinander. Der Pass liegt auf ca. 2040 m, davor muss ich einen unbeleuchteten Tunnel durchqueren, dann bin ich auf der nördlichen Seite.

Auch auf der Anfahrt zur Passstraße und danach, bis Sibiu spielt das Wetter mit. Es ist sonnig, aber auch hier in Rumänien ist es schon herbstlich. Schöne Dörfer liegen entlang der Straßen.

 

Sibiu, oder früher Hermannsstadt, ist eine schöne Stadt. Sehr gepflegt und die Stadt hat von allem etwas. Moderne und Tradition kommen hier zusammen. Trotz der Kälte gibt es hier in der Fußgängerzone mindestens fünf Eisdielen, die alle noch ihr Eis loswerden, während die Kunden schon im Wintermantel flanieren. Gute Cafés gibt es in der Innenstadt zu hauf.

 

Nebel in Bulgarien

Früh ging es auf die Straße. Die Grenze war schnell erreicht. Das Thermometer dort zeigte 12° C. Heizgriffe an. Innenjacke eingeknüpft, die Handschuhe gegen die dicken Handschuhe getauscht und dann ging es weiter. Die Grenzstation der Türkei war schnell erledigt. Vier Autos vor mir an der bulgarischen Station noch, dann bin ich in Bulgarien. Denkste, erst mal gehen alle Schranken runter. Wahrscheinlich Frühstückspause. Nach einer halben Stunde dann gehen die Schranken wieder rauf und dann geht es schnell. Vor und hinter der Grenze Nebel. Sichtweite auf der Autobahn 5 nach Sofia etwa 200 m.

Auch als ich auf die Bundesstraße 6 abbiege, bleibt mir der Nebel erstmal treu. Bei Gurkova biege ich gen Norden auf die 55 ab und endlich sehe ich wieder mehr. Ist auch gut so, denn ab hier wird es interessant. Die Passstraße ist geöffnet lese ich auf einem Schild. Kann ja heiter werden, denn die LKW fahren auch so um die 100 km/h. Aber alles ist entspannt. Ab und zu wird die Straße zweispurig. So kann ich immer mal wieder überholen. Hätte mal wieder vorher tanken sollen. Aber wie immer klappt es gerade noch. Als wenn mir ohne die Tankstellensuche zu langweilig wäre.

Die Bulgaren fahren recht diszipliniert. Bin ich gar nicht mehr gewohnt. Linien werden fast immer eingehalten und schneller als 100 fährt auf den Bundesstraßen auch fast niemand. Also fast niemand…

In Russe angekommen finde ich erst mal das Hotel nicht. Es liegt in einer Fußgängerzone und ich bin davon ausgegangen, dass es einen Hintereingang mit Parkplatz für mein Moped gibt. Nach ewigen Verhandlungen mit der Dame von der Rezeption erkundigt sie sich bei einem anderen Hotel in der Nähe, ob ich in der Garage parken kann. Ich kann, stelle das Moped ab und erkunde die Stadt. Heute ist Sonntag und tatsächlich haben viele Geschäfte geschlossen. Bin ich auch nicht mehr dran gewöhnt. Schräg gegenüber dem Hotel ein tolles Café mit leckerem Kuchen und Kaffee und abends ein Stück weiter ein gutes Abendessen gegessen. Alles klar.

Eski Foca, Canakale und Edirne

Drei Städte, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Eski Foca habe ich schon ein paarmal besucht. Eins ist sicher, sollte ich wieder erwarten mal Lottomillionär werden, dann kaufe ich ein Haus in Eski Foca. Das Städtchen hat es mir echt angetan. 2002 waren wir schon mit dem Schwager und Thomas da. Eine kleine, gemütliche und offene Stadt. Wahrscheinlich nicht zum letzten Mal bin ich hier gewesen. Die Fahrt dorthin eher langweilig, sieht man mal von den ersten Kilometern ab Gümüslük ab.

Auch der Weg nach Canakale ist langweilig. Auch hier die ersten dreißig Kilometer entlang des Meeres auf der Halbinsel sind interessant. Danach wird es erstmal dreckig. An der Hauptstecke hat sich Schwerindustrie angesiedelt und die bläst mächtig Dreck in die Luft.

Canakale ist wie immer. Ich sitze ein letztes Mal in Asien bei einem Iskender Kebap und genieße die Zeit. Morgens geht es nach Edirne. Es wird schon merklich kühler. Die Fahrt ansonsten nicht gerade ereignisreich. In Edirne schaue ich mir drei Moscheen an und schlendere durch die riesige Fußgängerzone. Die Häuser haben schon einen sehr europäischen Einschlag. Bei einem richtig alten Friseur lasse ich mich ein letztes Mal rasieren.

Urlaub vom Urlaub

Eine knappe Woche bleibe ich mit meiner Frau in Gümüslük. Erhole mich, kann endlich mal wieder lange mit meiner Frau zusammen sein. Natürlich wird was am Garten und Haus gemacht. Kleinigkeiten sind immer zu tun. Und am letzten Tag vor meiner Weiterreise feiern wir noch zusammen den Geburtstag von Süreyya. Happy Birthday

Wiedersehen in Bodrum

Der letzte Fahrtag vor dem großen Wiedersehen mit meiner Frau hat es noch mal in sich. Zumindest was die Kurven angeht. Nach einer ruhigen Nacht und einem sehr sehr guten Frühstück fahre ich erst einmal auf der kleinen 15-25 bis zur nächsten Bundesstraße. Hier muss ich unbedingt nochmal hin. Erstens wegen dem Hotel, zweitens wegen der Straßen.

Ein Stück führt mich die D30 entlang des Budursees, bevor ich links auf die 15-50 abbiege. Hier, in der Umgebung von Burdur wird sehr viele Marmor abgebaut. Die Berge sind arg verletzt. Nach kurzer Zeit komme ich am Yarshi Gölü vorbei. Er ist ganz weiß. Entweder Salz oder ??? Danach noch den Sadar Gölü gestreift und dann geht es bis Mugla weiter auf großen, schnellen Bundesstraßen. Ab Mugla sind es eigentlich nur noch knapp 140 km bis Gümüslük. Allerdings zeigt mein Navi noch drei Stunden. Kaum zu glauben, aber es wird wahr.

Nur noch kleine und kleinste Straßen durch die Berge vor Bodrum. Kaum zu glauben. Selten komme ich durch ein Dorf. Eine Tankstelle gibt es nicht. Gut, dass ich vorher getankt habe. Super Strecke mal wieder. Hier wollte ich schon lange mal lang fahren.

Dann endlich Süreyyas zweite Heimat. Ich finde den Weg auf anhieb und parke mein Moped vor der Tür. Wer ist nicht da? Meine Frau. Sie sei noch eben zum tanken meint der englische Nachbar und wirft mir den Schlüssel zu. Da er auch Moped fährt erzähle ich ihm erstmal ein wenig von der Tour. Dann abpacken, umziehen und duschen. Und irgendwann kann ich meine Frau mal wieder in die Arme schließen. Mehmet, der Bruder ist auch mitgekommen. Natürlich muss ich viel erzählen, bevor ich nach dem Essen müde ins Bett falle.

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Déjà-vu

Von Karamann geht es über kleine Straßen nach Aglasun. Das Wetter ist nicht so doll.

Kurz werde ich nass, aber dann hält es sich. Am Beshier Gölü fahre ich dieselbe Strecke wie mit Thomas und dem Schwager vor sieben Jahren. Allerdings in entgegengesetzter Richtung. Irgendwann verfolgen mich wieder zwei Hirtenhunde. Ich könnte schwören, das dies die gleiche Stelle wie vor sieben Jahren war, als der Schwager und ich auch von Hirtenhunden verfolgt wurden. Aber werden die Hunde wirklich so alt. Vielleicht waren es ja die Nachkommen die mich heute verfolgt haben 😊.

Auf einer Nebenstrecke möchte ich gerne nach Aksu. Ist aber gesperrt. Außerdem hängen die Wolken immer tiefer und auf Regen in den Bergen habe ich so gar keine Lust. Also wieder ein Stück zurück und weiter am See entlang. Nach 50 km fahre ich dann wieder am Egidir See entlang. Egedir hat sich echt gemacht. Aus dem kleinen verschlafenen Nest ist eine moderne Kleinstadt geworden. 20 km hinter Isparta biege ich rechts ab und habe es nach kurzer Zeit geschafft. Ich komme in einem tollen Spa Hotel in den Bergen unter. Mehr kann man nicht verlangen.

Wieder gen Westen

Nach Tatvan geht es jetzt ernsthaft wieder gen Westen Der Zwischenstopp in Elâzığ ist genauso wenig erwähnenswert wie die Fahrt dorthin. Am nächsten Tag geht es nach Adiyaman und schon nach ein paar Kilometern fängt der Kurvenspaß wieder an. Stimmt auch nicht so ganz. Erstmal wieder gerade aus. Das kann ja was werden. Aber nach dem kleinen Ort Baskil wird es richtig kurvig. Nach etlichen Kilometern treffe ich Adil an einem Stausee.

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Er fährt eine ältere Caponord. Und wir quatschen natürlich auch über die Mopeds. Er lädt mich zu einem Kaffee in Malatya ein. Der Kaffee stellt sich dann als zweites Frühstück heraus. Ein Freund, Ahmet, ich auch dabei und es gibt neben dem Frühstück eine klasse Unterhaltung. Natürlich habe ich keine Chance zu bezahlen. Er erzählt, dass in der Türkei immer irgendjemand zahlt, wenn sie mit einer Gruppe Moped fahren. Falls jeder einzeln zahlt, nennen sie das deutsche System. 😊. Zum Schluss gibt es noch eine Einladung Nach Gaziantep, wenn ich meine Meinung ändere und ich revanchiere mich mit einer Einladung nach Deutschland.

Anschließend bekomme ich noch einen guten Roadtip, den ich gerne befolge.

So besteht die heutige Tour hauptsächlich aus Kurven. In Adiayman in einem mittelmäßigen Hotel abgestiegen. Das beste war noch das Bier am Abend. Zuviel Geld für zu wenig Leistung. Mit ca. 150000 Einwohnern eine eher kleine Stadt. Das Zentrum ist dennoch lebendig. In der Stadt gab es allerdings noch einen guten Iskender.

Am nächsten Tag eine lange Strecke nach Adana. Zwischen Adana und Mersin gibt es die einzige offizielle BMW Motorradwerkstatt. Meine Ventile müssen dringend eingestellt werden. Bei gut 40° C fahre ich direkt dorthin und bekomme auch sofort einen Termin. Am nächsten Morgen um 10:00 Uhr kann ich mein Moped abholen. Inklusive Ölwechsel hat die ganze Sache 180,- € gekostet. Gewaschen wurde das Moped auch noch.

In Adana habe ich ein tolles Hotel gebucht. Der Manager sprich hervorragend Englisch und lädt mich zu einem speziellen Getränk ein XXXXX. Es ist glaube ich Saft aus Granatapfel. Sauer und salzig. Eine Spezialität aus Adana. Allerdings nicht so ganz mein Geschmack. In der Nähe des Hotels gibt es jede Menge Cafés und die nutze ich auch. Abends esse ich in einem super Restaurant Spagetti.

Dank der Inspektion muss ich nicht mehr nach Antalya, wo ich schon vorhatte das Moped auf Vordermann zu bringen. Es geht durch die Berge nach Karamann. Eine echt kleine Stadt. Davor fahre ich gut 50 km immer nur endlos geradeaus. Ich muss mir Mühe geben nicht einzuschlafen. Das Hotel liegt ein wenig außerhalb. Ist sehr modern und hat ein tolles Frühstück.