drei Tage Esfahan

… sind zu kurz. 🙂

Nach dem übelichen Chill Out, frage ich Nadya, die Chefin des Hauses nach einem guten Restaurant. Mit SNAP, der App für preiswerte Fahrten, komme ich auch dorthin. Das Essen ist gut und da es mittlerweile schon Abend geworden ist, besuche ich noch schnell den Meydan-e Imam Platz ganz in der Nähe. Morgen werde ich noch ganz lange diesen Platz anschauen, aber gerade bei Dunkelheit hat er seinen Reiz. Es ist nicht gerade menschenleer.

Wieder benutze ich die App, denn der Mann von Nadya meinte, ich sollte unbedingt nachts die Khaju Brücke anschauen. Hier trifft sich Jung und Alt. Die Brücke ist 132m lang und in 23 Bögen unterteilt. Zwei Ebenen können betreten werden und viele Leute sitzen an den Treppen und unterhalten sich.

Am nächsten Morgen geht es früh zu dem Meydan Platz. Hier bin ich erstaunt, wie groß der Platz ist. Nach dem Platz des himmlischen Friedens in Peking soll dies der größte umbaute Platz der Welt sein. Im Innern des Platzes befinden sich Grünanlagen und jeder kann mit Pferdekutschen und ganz neu, mit Elektromobilen einmal rund um den Platz fahren. Rundherum befindet sich der Basar und man wird immer wieder angesprochen. Teilweise echt geschickt. Nicht so nach dem Motto, „Wollen Teppich kaufen?“ Ne, es wird erzählt, das sie Englisch lernen etc. und irgendwann kommt dann der dezente Hinweis auf das eigene Geschäft und wenn man müde sei, könne man sich ja ruhig bei ihnen ausruhen und einen Tee trinken. Und ganz nebenbei wird dann eine Teppichvorstellung gegeben.

Als erstes besuche ich den Ali-Qapu Palast. Von hier wurden früher Polospiele auf dem Platz beobachtet. Heute kann man den ganzen Platz gut einsehen. Er bildete den Zugang vom Platz zu dem Palastbezirk der Safawiden.

Dann quere ich den Platz und schaue mir die Lotfullah Moschee an. Die safawidischen Herrscher brauchten auch nur den Platz zu überqueren um in ihrer Privatmoschee zu beten. Die 32m hohe Kuppel ist toll mit Blumenmustern und Ranken ausgestaltet.

Durch den Arkadenbasar gehe dann zum Highlight des Platzes, zur Imam Moschee. Sie wurde bis 1630 gebaut und ist wirklich beeindruckend. Alleine schon durch das 27m hohe Hauptportal mit deinen 42m hohen Minaretten zugehen ist klasse. Die eigentliche Kuppel ist 54m hoch. Davor befindet sich ein großer Platz wo gerade das Zeltgerüst abgebaut wird unter dem die Gläubigen während des Ashurafestes gebet haben.

In einem Nebenhof treffe ich auf einen Imam, der mich auf Englisch anspricht. Nach dem Üblichen woher und wohin, sprechen wir lange über das Ashurafest, was erlaubt ist und was nicht, wie dieses Fest in den Medien dargestellt wird und wie ich es wahrgenommen habe. Wir sind uns einig, dass die Medien einen großen Einfluss auf die Politik und die Darstellung des Ian in der Welt haben. Er bedankt sich sehr herzlich und geht dann zum Gebet. Mit anderen Iranern habe ich in den Tagen zuvor schon über Politik gesprochen, hätte aber nie gedacht ein so offenes Gespräch auch mit einem Geistlichen führen zu können.

Mittags wird es ordentlich warm und so erhole ich mich wieder im Nargol Guesthouse. Hier wohnt auch eine neiderländische Kleinfamilie. Sie hane ein hübsches dreieinhalb jähriges, blondes Mädchen und erzählen, dass die Iraner manchmal distanzlos sind und nicht einmal fragen, ob sie das Mädchen küssen können. Das Mädel ist mittlerweile schon genervt und versteckt sich immer hinter den Eltern, wenn wieder Leute auf sie zu kommen. Nicht ganz so exterm ist es, wenn ich irgendwo Pause mache. Kaum bin ich vom Moped gestiegen, schon werden Fotos von mir, dem Motorrad und eben Iranern gemacht. Normalerweise werde ich vorher gefragt. Und natürlich stimme ich immer zu, denn von der Freundlichkeit der Iraner will ich ja was zurückgenen. Aber manchmal nervt es auch ein wenig. Eigentlich will ich ja mal Pause machen. Nur aufs Moped steigen lasse ich sie nicht mehr, weil da zuviel rumgefummelt wird.

Am nächten Tag lasse ich mich über den Fluss auf die südliche Seite bringen. Zum erstenmal ist eine Frau die Fahrerin. Sie ist schon ein wenig älter und versteht kein Wort Englisch, aber wir lachen trotzdem viel gemeinsam, da sie immer wieder bei unmöglichen Verkehrssituatioen meint „typisch Iran“. Ich zeige dann ach manchmal auf eine Sitaution und wiederhole „typisch Iran“. Sie bringt mich zur armenischen Vank Kathedrale. Rund herum gibt es schicke kleine Straßen und viele Cafés und kleine Läden. Alles sehr gut gemacht. Vor fast jedem Café steht entweder eine alte Vespa oder ein altes Auto. Als wäre das ein besonderes Merkmal des Ladens. Die Kathedrale entstand im 17. Jahrhundert, als der damalige Shah hier viele Armenier ansiedelte. Die Kathedrale ist mit tollen Bildern aus dieser Zeit geschmückt. Außerdem gibt es ein interessantes Museum, in dem die Geschichte der Iraner erläutert wird und viele Bibeln etc. ausgestellt sind.

Abends wieder in einem klasse restaurant gegessen. Es gibt Lammkebap aller erster Güte. Serviert von einem alten Kellner, der sich rührend um mich kümmert. Danach noch ein bißchen auf der Flaniermeile bummeln und die Leute beobachten. Kostet nichts und macht Spass.

Diesesmal habe ich wirklich nur ein paar Highlights gesehen. Ich denke es gibt noch viele andere tolle Plätze in dieser Stadt zusehen. Es wird mir immer klarer, hier war ich nicht das letzte Mal.

 

Bilder hoffentlich bald

 

 

 

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