zweit Tage Hamadan

Der Weg nach Hamadan ist im ersten Teil, bis Qazvin, wieder sehr schön. Ab Qazvin dann wieder Autobahn. Wie überall ist Motorradfahren auf der Autobahn verboten, aber immer werde ich durch gewunken. Die Fahrt ist lang und daher bleibe ich direkt zwei Nächte. Abends geht es nur noch raus zum Essen. Die Vorbereitungen zum Ashura Fest laufen und das merkt man den Leuten an. An jeder Ecke werden kostenlose Speisen angeboten. Getränke gibt es sozusagen im Vorbeifahren.

Hamadan ist ein wenig größer als Duisburg. Allerdings liegt es wesentlich höher, nämlich auf ungefähr 1800m. Sie wurde schon 700 Jahre vor Christus gegründet und war bei unterschiedlichen Herrschern als Sommerfrische beliebt. Einstmals gab es hier auch eine große jüdische Gemeinde. Heute leben noch neun männliche Juden hier. Im Tempel kann also kein Gottesdienst mehr gefeiert werden. Das Mauseleum von von Esther und Mordechai zeigt von der großen Vergangenheit der Juden in dieser Stadt. Durch eine vierhundert Kilo schwere Granitsteintür gelange ich in das Innere des Mauseleums. Die Tür ist tief, so muss sich jeder Besucher bücken und damit Gott ehren wenn er eintreten will. Es schließt sich eine einfache Synagoge an. An den Wänden finden sich sehr alte hebräische Texte. Die zwei Särge befinden sich in einem weiteren kleinen Raum. Der jüdische Vorstand der Gemeinde macht die Führung und erklärt alles ausführlich. Mit seinen 74 Jahren ist er der Vorstand. Er bedankt sich für das Interesse, als er mich herausbegleitet.

Mit einem Taxi lasse ich mich zum zentralen Platz der Stadt bringen. Es ist noch früh und es sammeln sich schon einige Männer um den Ashura Umzug vorzubereiten. Derweil gehe durch den Basar. Der ist allerdings nicht so interessant. Irgandwann habe ich die meisten, vom Platz abgehenden Straßen abgegangen und so setze ich mich mit einem Eis an den Straßenrand. Der Umzug geht los. In den Medien sieht man immer Männer, die sich mit kleinen Ketten geißeln, sich fanatisch auf die Brust schlagen und laut singen.

Heimlich filme ich einen Trauerzug. Die Männer tragen Bilder von gefallenen Soldaten, wahrscheinlich die eigenen Söhne oder Väter, vor sich. Alles geht ruhig zu. Die Gruppen werden von Vorsingern in der Mitte begleitet. Dazu wiederholen die Männer teilweise den Gesang. Jugendliche haben große Trommeln und auch Pfeifen. Sie sind sozusagen die Vorgruppe. Weiter hinten kommen Fahnenschwenker und -träger. Der Zug geht zweimal auf und ab. Hintenan kommen oft die Frauen mit Kinderwagen.

Ein Mann merkt, das ich mich nicht traue offen zu fimen. Er nimmt mein Handy, instruiert die Trommlergruppe ordentlich Gas zu geben, denn ich würde schon was erwarten und filmt alles mit meinem Handy. Anschließend bekomme ich es zurück und er bedankt sich, das ich hier bin.

 

Bilder kommen später

 

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