Bishapur

Manchmal sollte man nicht soviel lesen.

Im Iranreiseführer gab es einen Hinweis auf Bishapur, die sassanidische Residenzstadt. Sollte man sich unbedingt mal anschauen. Daher mache ich einen Zewischenstopp in Kazerun, die nächstgelegene Stadt, die ein Hotel aufweist. Das Hotel ist abbruchreif aus meiner Sicht. Am frühen nachmittag besuche ich die historische Stadt. Bin der einzige Besucher. Wer ist auch schon so bekloppt bei fastz 40° C durch alte Gemäuer zu laufen. ANschließend suche ich noch vergeblich ein Cafè und fahre schließlich gefrustet zurück zum Hotel. Hier geht wenigstens die Klimaanlage.

Hafis, Saadi und die Gärten von Shiraz

Anlässlich einer beruflichen Weiterbildung war ich letztes Jahr in Weimar. Hier gibt es eine Denkmal zu Ehren des großen Dichters des Iran: Hafis. Goethe hat ihn als großen Poeten verehrt. Er verewiegte Hafis im „west-östlichen Diwan“. Daher musste ich natürlich auch das Mauselum wie viele Iraner besichtigen, die ihn als großen Dichter verehren. Ein weiterer großer Dichter war Saadi. Auch ihm wurde ein Mauseleum gewidmet.

Beiden gemeinsam sind die rundherum schön angelegten Gärten. Das Highlight der Flora ist allerdings der botanische Garten von Shiraz, der Eram Garten. Er ist so groß, dass die Verkehrsgeräusche zumindest in seiner Mitte nicht mehr zu hören sind. An heißen Tagen, wie diesen heute, kann man sich hier gut erholen und entspannen. Die vielen unterschiedlichen Pflanzen und die unterschiedliche Gestaltung der verschiedenen Bereiche tun ihr Übriges.

Persepolis

Heute als Bobon in Shiraz eine kleine Tour nach Persepolis und Naqsh-e Rostam. Der weg war nicht weit. Etwa eine Stunde bin ich gefahren und da ich aufs Frühstück verzichtet habe, war zumindest die Hinfahrt noch angenehm.

Die Altpersische Hauptstadt ist wohl der Touristenmagnet in diesem Teil Irans. Darius I lies dies Stadt um 520 v.Chr. auf einer 15 ha großen Terrasse anlegen. Die Palaststadt ist noch heute ein Identifikationsort für viele Iraner, obwohl oder gerade weil sie weit in die vor-islamische Zeit zurückreicht. SChon 330 v. Chr.lies Alexander der Große die Stadt wieder schleifen. Es gibt aber noch genügend zu sehen. Auch werden immer noch Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Wikipedia liefert ausgiebige Informationen zu den Ausgrabungen und was es da alles zu sehen gibt.

Besucher aus aller Welt sieht man hier. Nicht nur Chinesen, Spanier, Amerikaner lassen sich hier alles erklären. Man kann sich 3 D Brillen ausleihen und damit verschiedene Punkte anschauen.

Anschließend besuche ich noch Naqsh-e Rostam, die Nekropole der Achämeniden. Hier befinden sich vier Gräber achämenidischer Großkönige sowie eine Reihe sassanidischer Felsreliefs.  Hier ist ncht nur der Gründer Persepolis beerdigt, sondern auch zwei seiner Nachfolger. Außerdem befindet sich ein knapp zwölf Meter hoher Turm, der Kaʿbe-ye Zartuscht, „Kaʿba (Würfel) Zarathustras“ genannt wird. Der Zweck des vermutlich schon unter Dareios I. entstandenen Baues ist nicht bekannt.

Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Von Eqlid bis Shiraz

Wieder früh aus den Federn und ab aufs Moped. Nach ein paar Kilometern halte ich, denn es ist morgens noch frisch. Also auch die richtige Jacke anziehen. Es geht nicht direkt nach Shiraz, sondern ich will weiter durch die Berge und alles klappt ganz gut auf der 78.

Wie alle fahre ich etwas mehr als die vorgeschriebenen 95 km/h. Nur eine Auto fährt schneller. Die Polizei. Am Ortseingang von Sedeh will ich tanken. Kurz dahinter steht der Polizeiwagen. Ich bereite alles zum tanken vor, als aufgeregt ein Polizeibeamter auf mich zu kommt. Der dazugehörige Wagen folgt so gleich. Der Beamte fragt nach meinem Passport und stellt immer wieder die gleiche Frage: „Woher ich komme?“ Ich antworte wie immer, dass ich aus Deutschland komme und zeige in meinem Pass auf die entsprechende Stelle, wo es auch steht. Er geht mit dem Pass zu seinem Vorgesetzten, zeigt ihm irgendwas in meinem Pass und ich fange schon mal an zu tanken. Nach kurzer Zeit kommt er zurück, gibt mir meinen Pass und der Spuck ist vorbei. Beim losfahren dann noch ein zweites Fahrzeug der Polizei. Ich halte wieder, Grüße wieder nett. Der Chef sagt irgendwas und winkt mich dann weiter. Habe nicht wirklich verstanden, was die wollten.

Also weiter geht es. Ein gutes Stück hinter Sedeh biege ich links ab und fahre bis Tange Boragh. Hier kreuze ich einen Fluss. In der Nähe gibt es ein Wasserkstromkraftwerk und am Fluss picknicken natürlich die Familien. Hinter der Brücke geht die Straße in eine Schotterfahrbahn über. Da ich nicht weiss, wie lange das gehen soll, drehe ich um und fahre bis Yasuj über eine tolle kurvenreiche Passstraße mit über 2480m.

Dann durch die Stadt und südwärts auf der 55 und 67 nach Shiraz. In Ardakan werden alle Straßen neu gemacht, daher ist die Zufahrt zur 67 gesperrt. Während ich noch auf die Karte und das Navi schaue, höre ich hinter mir eine Lautsprecherstimme. Die Polizei fragt nach meinen Sorgen. Ich will nach Shiraz. Sie schauen auf ihr Handy und winken mir zu, ihnen zu folgen. Da die neuen Straßen noch nicht ausgezeichnet sind, fahren sie bis zur 67 einfach vor. Danke.

Danach geht es nur noch bergab an kleinen und größeren Städten vorbei. Shiraz ist die Stadt des Weinsanbaus, allerdings wird zumindest offieziell kein Wein daraus gekeltert. Das Hotel liegt genauso wie in Yazd in einer echt engen Straße. Ich kann zwar drehen und mein Gepäck abladen, soll aber das Moped nicht davor stehen lassen, sondern auf einen bewachten Parkplatz bringen. Bin mal gespannt, wie teuer der Spass wird.

 

Durch die Wüste II

Früh morgns starte ich, um meine heutige Zwischenstation Eqlid zu erreichen. Kurz hinter Yazd geht es zunächst in die Berge. Ich bin dafür dankbar. So ist es wenigstens noch einigermassen kühl. Nicht, das ich frieren würde. Im Reiseführer habe ich von Deh Bala gelesen. Einem einsamen Höhental, in dem hauptsächlich Walnüsse angebaut werden. Die Fahrt dorthin führt mich an Cham vorbei. Hier befinden sich die ehemaligen Schweigetürme der Zorastriker. Diese beerdigten ihre Toten nicht, sondern legten sie in den Schweigetürmen ab, da dies nach ihrem Glauben so geregelt war. Die Knochen der Toten wurden nach dem sie durch Geier vom Fleisch befreit wurden, in der Mitte der Schweigetürme in einen Schacht geworfen.

Im Tal von Del Bala fahre ich immer weiter hoch. Links die Straße rechts ausgiebige „Walnussbaumwälder“. Dazwischen sehe ich immer wieder die Dächer der BAuernhäuser. Irgendwann drehe ich um und fahre weiter Richtung Baghe Miyan. Dabei fahre ich die erste Schotterstrecke im Iran. 10 km geht es über die recht einfach zu fahrende Schotterpiste. Die ist zugleich ein kleiner Pass mit über 2400 Höhenmetern. Dann geht es abwärts über Nir und bei Dehshir biege ich wieder auf die 78 ein. Die Schnellstraße verlasse ich dann nicht mehr bis kurz vor Eqlid. Extrem langweilig, extrem heiss, denn es ist mittlerweile schon mittag. Viele Pausen und viel Wasser.

Das Hotel in Eqlid ist nichts besonders, die Stadt auch nicht und so warte ich auf den nächsten Morgen um die zweite Etappe nach Shiraz zu starten.

Yazd

Da ich relativ früh am Hotel angekommen bin, nutze ich die Zeit in der prallen Sonne, bei gut 35°C ein wenig die Gegend zu erkunden. Yazd ist berühmt für die vielen Windtürme und dafür, dass sie eine der ältesten Städte des Iran ist. Hier war das Zentrum der zorastrischen Relegion. Eine echte Wüstenstadt liegt sie doch zwischen den Wüsten Dascht-e Kawir und der Dascht-e Lut. Daher sind auch die Gassen entsprechned gebaut. Rund um das Hotel sind die Gassen nie wirklich breiter, als 2,50m. Ein kleines Auto passt da gerade durch, wenn die Kurven nicht wären. 200m weiter befindet sich eine nette Einkaufsstraße. Alle Geschäfte machen aber erst abends auf. Ich laufe zu der Jamemochee, quasi direkt neben dem Hotel. Sie stammt aus dem  13. Jahrhundert. Sie wird von einem Paar Minaretten gekrönt, den höchsten im Iran, und die Fassade des Portals ist von oben bis unten mit blendenden Fliesen dekoriert, hauptsächlich in blau gehalten. Von aussen macht sie mehr her, von innen ist sie nicht so eindrucksvoll. Sie soll ander Stelle eines früheren Feuertempels errichtet worden sein. Direkt in der Nähe befindet sich das Rokn od-Din Mausoleum. Hier ist der Gründer der Freitagsmoschee beigesetzt. Die Innenkuppel soll reich verziert sein. Da heute Frauentag ist, kann ich mir das leider nicht anschauen.

Anschließend verziehe ich mich noch in ein Café, schlürfe einen Milchshake und geniesse die Klimaanalge. Abends besuche ich den Minibasar. Sehr nett gestaltet, aber eher für Touristen. Im Restaurant des Hotels wage ich mich an ein Hühnchencurry. Ist aber nicht wirklich toll. Sehr scharf und viele Knochen. Ich glaube, so ist richtiges Curry nicht.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, besuche ich den Tempel der Zorastriker. Hier brennt die ewige Flamme der frühen monotheistischen Religion. Manche Wissenschaftler sagen, dass dies die erste „Ein Gott Religion“ war.Das Zentralgebäude ist in einen schönen Garten eingebettet. Im Nebengebäude kann man sich im Untergeschoss einige „Alltagsscenen“ der Glaubensgemeinschaft anschauen. Im ganzen Park und in den Gebäuden hört man immer wieder Gesänge. Das hat etwas wirklich Friedliches.

Anschließend fahre ich wieder mit „Snap“ zu dem Meydan-e Amir Chaqmaq Platz. Er hat an den Seiten Arkaden, von denen die Ashura Passionsspiele. Außerdem sieht man hier das Nakhl Holzgerüst, welches beim Ashurafest herumgetragen wird. Ganz schön mächtig, da wird so mancehr nachher Rückenschmerzen haben. Quasi unter der gleichnamigen Moschee besuche ich einen riesigen Wasserspeicher. Danach schlendere ich noch ein wenig durch den Basar und lasse mich dann zum Alexander Gefängnis fahren, eine 800 Jahre alte Schule. Gefahren werde ich von einer Frau, die wahrscheinlich neu bei „Snap“ ist. Auf jeden Fall helfe ich mit Google Maps. Mein Geld kann sie nicht wechseln, also frage ich alle möglichen Leute. Keiner kann wechseln, dabei sind es nur 20000 Real. Die letzten Leute die ich anspreche bezahlen für mich und bedanken sich damit, dass ich in ihre Land gekommen bin. Nach dem Besuch, einem mittelmäßigen Kaffe, laufe ich zum Hotel zurück und entspanne bei eingeschalteter Klimanalage. Schon doll soon Ding.

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Abends dann ins nächste Restaurant und auf einer Dachterasse den Abend genossen.

Am nächsten Tag erfahre ich, das das einzige Chance Office genau gegenüber liegt. Also nochmals hin und Dollar gewechselt. Dabei komme ich mit einem Mann aus dem Tourismusbüro direkt nebenan ins Gespräch. Er lernt Deutsch, um dadurch einen Standortvoerteil zu erlangen. Früher war er Tourguide. Trotz steigender Tourismuszahlen ist es schwer, denn auch hier gibt es das Internet.

 

Durch die Wüste I

Heute geht es über Umwege naxh Yazd. Extra. Denn ich will mir zum einem Chak Chak anschauen und zum zweiten meine erste Wüstenerfahrung machen.

Früh geht es los, denn es wird wohl wieder warm. Schnell bin ich aus Ardakan raus. Mein Navi sagt mir ich soll auf die unbefetigte Straße einbiegen. Hab ich ja gar keine Lust drauf. Aber weit und breit kein Schotter. Bester Asphalt. Es wird aber trotzdem wieder einsam. Die Berge rücken näher. In der Ferne biegt ein LKW von der STraße auf einen unbefestigten Weg ab. Die Staubfahne ist weit zu sehen. Sonst nichts. Doch es kommen ab und zu weitere LKW vorbei.

Dann biege ich nach gut 40 km rechts Richtung Chak Chak ab. Es wird kurviger und noch einsamer. Ein paar kleine Serpentinen, dann ein Parkplatz. Am Ziel empfangen mich zwei Jungs, die es aus Afganistan hierhin verschlagen haben. Ach ja und ein Esel. Weit oberhalb sehe ich einige Häuser.

Hier ist Chak Chak oder auch Pir-e Sabz. Chak Chak ist für Zoroastrier eine wichtige Pilgerstelle.

Der Grottenschrein von Pir-e Sabz ist der königlichen Prinzessin Nikbanu gewidmet. Die Prinzessin war die Tochter des letzten sassanianischen Königs Yazdegird III und der Königin Hastbadan. Der Legende nach floh Prinzessin Nikbanu nach Pir-e Sabz, nachdem sich die königliche Partei aufgelöst hatte, um einer Gefangennahme durch die einfallende arabische Horde zu entgehen. Die Araber holten sie ein und wurde gefangen, sie betete fromm und eine Spalte im Berg teilte sich, die Prinzessin wurde dort aufgenommen. Die Felswand schloss sich vor den Augen der verwirrten Araber, aber nicht bevor ein Stück ihres Kleides in der Spalte einer geschlossenen Felswand gefangen war. Dieses kann man als farbigen Felsen sehen.

Es ist mir aber ehrlich zu warm. Mit dicken Mopedstiefeln und Mopedhose tendiert meine Lust gegen „0“.

Dann geht es wieder ein kleines Stück zurück und die „Hauptstraße“ weiter. Bei Kharanaq biege ich Richtung Yazd ab und finde schnell das Hotel in der gröten Lehmziegekstadt der Welt. Zuerst soll ich ein Zimmer direkt neben dem Restaurant bekommen, kann aber interveniern und erhalte im zweiten Haus, in einer Minigasse ein Zimmer. Mutig fahre ich in die Gasse und kann nicht wenden. Toll! Also rückwärts wieder raus schieben, aber leider geht es bergan. Keine Chance. EIn Kellner hilft mir und dann rolle ich eben rückwärts bis vor die Haustür. Alles hat gut geklappt. Ich bin mitten in der Altstadt. Überall enge Gassen, keine Autos, vielleicht mal ein Moped.

 

Ardakan Zwischenstation nach Yazd

Lockere 290 km sind es bis Ardakan geworden. War auch gut so. Auf der Fahrt fühlte ich mich nicht wohl. Vielleicht habe ich zuviel Sonne ab bekommen. Ich weiß es nicht. Zuerst hatte ich geplant über kleinere Straßen zu fahren.Konnte mich aber nicht wirklich konzentrieren und so habe ich kurz umdisponiert. Um auf die Schnellstraße zu kommen, musste ich gut 15 km durch die einsame Wüste. Ein Straßenbautrupp und ca. fünf LKW sind mir dabei begegnet. Links und rechts nichts weiter als Geröll. Selbst kleinste Pflanzen konnte ich nicht entdecken. Auf der Schnellstraße dann schnell weiter. Bei 38° C. Macht nicht wirklich Spass. Jede halbe Stunde mache ich Pause und schütte mir Literweise Wasser rein. Bei einer Pause sitze ich so im Restaurant. Die Tochter der verntwortlichen Dame kommt vorbei und übt Englisch. Die Frau fragt mich, ob ich essen möchte. Möchte ich nicht. Nach kurzer Zeit kommt sie mit ein paar Leckerchen vorbei und meint, ein Geschenk des Hauses, weil ich den weiten Weg aus Deutschland gekommen bin, um ihr Land zu besuchen. Was soll ich sagen?

In Ardakan komme ich in einem schönen Hostel unter. Einen Koffer baue ich ab und schon wieder steht mein Moped mitten im Eingangsbereich. Das Haus wurde restauriert und der Besitzer ist sichtlich stolz. hat er aber auch schön gemacht. Auf dem Dach kann man die Sterne beobachten. Alles ist gut.

 

drei Tage Esfahan

… sind zu kurz. 🙂

Nach dem übelichen Chill Out, frage ich Nadya, die Chefin des Hauses nach einem guten Restaurant. Mit SNAP, der App für preiswerte Fahrten, komme ich auch dorthin. Das Essen ist gut und da es mittlerweile schon Abend geworden ist, besuche ich noch schnell den Meydan-e Imam Platz ganz in der Nähe. Morgen werde ich noch ganz lange diesen Platz anschauen, aber gerade bei Dunkelheit hat er seinen Reiz. Es ist nicht gerade menschenleer.

Wieder benutze ich die App, denn der Mann von Nadya meinte, ich sollte unbedingt nachts die Khaju Brücke anschauen. Hier trifft sich Jung und Alt. Die Brücke ist 132m lang und in 23 Bögen unterteilt. Zwei Ebenen können betreten werden und viele Leute sitzen an den Treppen und unterhalten sich.

Am nächsten Morgen geht es früh zu dem Meydan Platz. Hier bin ich erstaunt, wie groß der Platz ist. Nach dem Platz des himmlischen Friedens in Peking soll dies der größte umbaute Platz der Welt sein. Im Innern des Platzes befinden sich Grünanlagen und jeder kann mit Pferdekutschen und ganz neu, mit Elektromobilen einmal rund um den Platz fahren. Rundherum befindet sich der Basar und man wird immer wieder angesprochen. Teilweise echt geschickt. Nicht so nach dem Motto, „Wollen Teppich kaufen?“ Ne, es wird erzählt, das sie Englisch lernen etc. und irgendwann kommt dann der dezente Hinweis auf das eigene Geschäft und wenn man müde sei, könne man sich ja ruhig bei ihnen ausruhen und einen Tee trinken. Und ganz nebenbei wird dann eine Teppichvorstellung gegeben.

Als erstes besuche ich den Ali-Qapu Palast. Von hier wurden früher Polospiele auf dem Platz beobachtet. Heute kann man den ganzen Platz gut einsehen. Er bildete den Zugang vom Platz zu dem Palastbezirk der Safawiden.

Dann quere ich den Platz und schaue mir die Lotfullah Moschee an. Die safawidischen Herrscher brauchten auch nur den Platz zu überqueren um in ihrer Privatmoschee zu beten. Die 32m hohe Kuppel ist toll mit Blumenmustern und Ranken ausgestaltet.

Durch den Arkadenbasar gehe dann zum Highlight des Platzes, zur Imam Moschee. Sie wurde bis 1630 gebaut und ist wirklich beeindruckend. Alleine schon durch das 27m hohe Hauptportal mit deinen 42m hohen Minaretten zugehen ist klasse. Die eigentliche Kuppel ist 54m hoch. Davor befindet sich ein großer Platz wo gerade das Zeltgerüst abgebaut wird unter dem die Gläubigen während des Ashurafestes gebet haben.

In einem Nebenhof treffe ich auf einen Imam, der mich auf Englisch anspricht. Nach dem Üblichen woher und wohin, sprechen wir lange über das Ashurafest, was erlaubt ist und was nicht, wie dieses Fest in den Medien dargestellt wird und wie ich es wahrgenommen habe. Wir sind uns einig, dass die Medien einen großen Einfluss auf die Politik und die Darstellung des Ian in der Welt haben. Er bedankt sich sehr herzlich und geht dann zum Gebet. Mit anderen Iranern habe ich in den Tagen zuvor schon über Politik gesprochen, hätte aber nie gedacht ein so offenes Gespräch auch mit einem Geistlichen führen zu können.

Mittags wird es ordentlich warm und so erhole ich mich wieder im Nargol Guesthouse. Hier wohnt auch eine neiderländische Kleinfamilie. Sie hane ein hübsches dreieinhalb jähriges, blondes Mädchen und erzählen, dass die Iraner manchmal distanzlos sind und nicht einmal fragen, ob sie das Mädchen küssen können. Das Mädel ist mittlerweile schon genervt und versteckt sich immer hinter den Eltern, wenn wieder Leute auf sie zu kommen. Nicht ganz so exterm ist es, wenn ich irgendwo Pause mache. Kaum bin ich vom Moped gestiegen, schon werden Fotos von mir, dem Motorrad und eben Iranern gemacht. Normalerweise werde ich vorher gefragt. Und natürlich stimme ich immer zu, denn von der Freundlichkeit der Iraner will ich ja was zurückgenen. Aber manchmal nervt es auch ein wenig. Eigentlich will ich ja mal Pause machen. Nur aufs Moped steigen lasse ich sie nicht mehr, weil da zuviel rumgefummelt wird.

Am nächten Tag lasse ich mich über den Fluss auf die südliche Seite bringen. Zum erstenmal ist eine Frau die Fahrerin. Sie ist schon ein wenig älter und versteht kein Wort Englisch, aber wir lachen trotzdem viel gemeinsam, da sie immer wieder bei unmöglichen Verkehrssituatioen meint „typisch Iran“. Ich zeige dann ach manchmal auf eine Sitaution und wiederhole „typisch Iran“. Sie bringt mich zur armenischen Vank Kathedrale. Rund herum gibt es schicke kleine Straßen und viele Cafés und kleine Läden. Alles sehr gut gemacht. Vor fast jedem Café steht entweder eine alte Vespa oder ein altes Auto. Als wäre das ein besonderes Merkmal des Ladens. Die Kathedrale entstand im 17. Jahrhundert, als der damalige Shah hier viele Armenier ansiedelte. Die Kathedrale ist mit tollen Bildern aus dieser Zeit geschmückt. Außerdem gibt es ein interessantes Museum, in dem die Geschichte der Iraner erläutert wird und viele Bibeln etc. ausgestellt sind.

Abends wieder in einem klasse restaurant gegessen. Es gibt Lammkebap aller erster Güte. Serviert von einem alten Kellner, der sich rührend um mich kümmert. Danach noch ein bißchen auf der Flaniermeile bummeln und die Leute beobachten. Kostet nichts und macht Spass.

Diesesmal habe ich wirklich nur ein paar Highlights gesehen. Ich denke es gibt noch viele andere tolle Plätze in dieser Stadt zusehen. Es wird mir immer klarer, hier war ich nicht das letzte Mal.

 

Bilder hoffentlich bald

 

 

 

Abyaneh liegt auf dem Weg nach Esfahan

In Kashan habe ich von einem Buchhändler den Tip bekommen, nicht nur einfach nach Esfahan zu fahren, sondern zuvor einen Abstecher nach Abyaneh oder Barzuk zu machen. Nach kurzer Recherche entscheide ich mich für das erste Dörfchen. Nach dem ich die Schnellstraße irgendwann verlassen habe, komme ich an einem Atomkraftwerk vorbei. Rundhreum befinden sich Flakstellungen. Die sind auch bemannt und das Gelände ist durch mehrere Absperrungen gesichert. Entlang der Straße immer wieder Parkverbotsschilder und natürlich das Verbot zu forografieren. Ich halte mich natürlich dran und fahre über Hanjan mit einer alten Lehmburg Richtung Abyaneh.

Die Straße ist wunderschön, kurvenreich und die Berge sind nahe. Abyaneh ist ein Dorf, das an einer Bergflanke erbaut wurde. Das Besondere sind die roten Fassaden. Erstmal muss ich aber Eintritt für das Dorf bezahlen. Dann kann ich noch ein paar Kilometer fahren und muss schließlich irgendwo parken. Ich kann neben einem Honigverkäufer parken. Der bietet mir nicht nur leckeren Honig zum probieren an, sondern passt zu dem auf meine Sachen auf. Kurz laufe ich durch die Gassen und werde sogar von einer Iranerin angesprochen. Zur Begrüßung gibt sie mir die Hand und das ist schon ein wenig komisch, habe ich doch gelesen, dass Mann bei Frauen so etwas nicht macht. Sie bietet mir an mich durch den Ort zu führen, aber ich bleibe nur kurz und so verabschieden wir uns wieder.

Nach diesem Abstecher fahre ich zügig Richtung Esfahan, denn es wird richtig heiß auf den Straßen. Dort angekommen fahre ich erstmal wieder am Hostel vorbei, werde aber nach dem Drehen direkt mit offenen Armen empfangen. Wir schieben gemeinsam das Moped rückwärts durch die enge Eingangstür und es parkt mitten im Eingangsbereich. Für Mopeds steht sogar extra eine Rampe bereit. Ich bin jetzt schon begeistert. Drei Tage bleibe ich hier und um in mein Zimmer zu kommen, muss ich mich durch Granatapfelbäume kämpfen. Außerdem bekomme ich direkt eine geniale APP auf mein Handy geladen. So kann ich schnell und vor allem günstig alle wichtigen Sehenswürdigkeiten mit privaten Fahrern erreichen und muss nicht ein Taxi bezahlen.

Dann gibt es noch Tipps für Restaurants.