Bishapur

Manchmal sollte man nicht soviel lesen.

Im Iranreiseführer gab es einen Hinweis auf Bishapur, die sassanidische Residenzstadt. Sollte man sich unbedingt mal anschauen. Daher mache ich einen Zewischenstopp in Kazerun, die nächstgelegene Stadt, die ein Hotel aufweist. Das Hotel ist abbruchreif aus meiner Sicht. Am frühen nachmittag besuche ich die historische Stadt. Bin der einzige Besucher. Wer ist auch schon so bekloppt bei fastz 40° C durch alte Gemäuer zu laufen. ANschließend suche ich noch vergeblich ein Cafè und fahre schließlich gefrustet zurück zum Hotel. Hier geht wenigstens die Klimaanlage.

Hafis, Saadi und die Gärten von Shiraz

Anlässlich einer beruflichen Weiterbildung war ich letztes Jahr in Weimar. Hier gibt es eine Denkmal zu Ehren des großen Dichters des Iran: Hafis. Goethe hat ihn als großen Poeten verehrt. Er verewiegte Hafis im „west-östlichen Diwan“. Daher musste ich natürlich auch das Mauselum wie viele Iraner besichtigen, die ihn als großen Dichter verehren. Ein weiterer großer Dichter war Saadi. Auch ihm wurde ein Mauseleum gewidmet.

Beiden gemeinsam sind die rundherum schön angelegten Gärten. Das Highlight der Flora ist allerdings der botanische Garten von Shiraz, der Eram Garten. Er ist so groß, dass die Verkehrsgeräusche zumindest in seiner Mitte nicht mehr zu hören sind. An heißen Tagen, wie diesen heute, kann man sich hier gut erholen und entspannen. Die vielen unterschiedlichen Pflanzen und die unterschiedliche Gestaltung der verschiedenen Bereiche tun ihr Übriges.

Persepolis

Heute als Bobon in Shiraz eine kleine Tour nach Persepolis und Naqsh-e Rostam. Der weg war nicht weit. Etwa eine Stunde bin ich gefahren und da ich aufs Frühstück verzichtet habe, war zumindest die Hinfahrt noch angenehm.

Die Altpersische Hauptstadt ist wohl der Touristenmagnet in diesem Teil Irans. Darius I lies dies Stadt um 520 v.Chr. auf einer 15 ha großen Terrasse anlegen. Die Palaststadt ist noch heute ein Identifikationsort für viele Iraner, obwohl oder gerade weil sie weit in die vor-islamische Zeit zurückreicht. SChon 330 v. Chr.lies Alexander der Große die Stadt wieder schleifen. Es gibt aber noch genügend zu sehen. Auch werden immer noch Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Wikipedia liefert ausgiebige Informationen zu den Ausgrabungen und was es da alles zu sehen gibt.

Besucher aus aller Welt sieht man hier. Nicht nur Chinesen, Spanier, Amerikaner lassen sich hier alles erklären. Man kann sich 3 D Brillen ausleihen und damit verschiedene Punkte anschauen.

Anschließend besuche ich noch Naqsh-e Rostam, die Nekropole der Achämeniden. Hier befinden sich vier Gräber achämenidischer Großkönige sowie eine Reihe sassanidischer Felsreliefs.  Hier ist ncht nur der Gründer Persepolis beerdigt, sondern auch zwei seiner Nachfolger. Außerdem befindet sich ein knapp zwölf Meter hoher Turm, der Kaʿbe-ye Zartuscht, „Kaʿba (Würfel) Zarathustras“ genannt wird. Der Zweck des vermutlich schon unter Dareios I. entstandenen Baues ist nicht bekannt.

Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Von Eqlid bis Shiraz

Wieder früh aus den Federn und ab aufs Moped. Nach ein paar Kilometern halte ich, denn es ist morgens noch frisch. Also auch die richtige Jacke anziehen. Es geht nicht direkt nach Shiraz, sondern ich will weiter durch die Berge und alles klappt ganz gut auf der 78.

Wie alle fahre ich etwas mehr als die vorgeschriebenen 95 km/h. Nur eine Auto fährt schneller. Die Polizei. Am Ortseingang von Sedeh will ich tanken. Kurz dahinter steht der Polizeiwagen. Ich bereite alles zum tanken vor, als aufgeregt ein Polizeibeamter auf mich zu kommt. Der dazugehörige Wagen folgt so gleich. Der Beamte fragt nach meinem Passport und stellt immer wieder die gleiche Frage: „Woher ich komme?“ Ich antworte wie immer, dass ich aus Deutschland komme und zeige in meinem Pass auf die entsprechende Stelle, wo es auch steht. Er geht mit dem Pass zu seinem Vorgesetzten, zeigt ihm irgendwas in meinem Pass und ich fange schon mal an zu tanken. Nach kurzer Zeit kommt er zurück, gibt mir meinen Pass und der Spuck ist vorbei. Beim losfahren dann noch ein zweites Fahrzeug der Polizei. Ich halte wieder, Grüße wieder nett. Der Chef sagt irgendwas und winkt mich dann weiter. Habe nicht wirklich verstanden, was die wollten.

Also weiter geht es. Ein gutes Stück hinter Sedeh biege ich links ab und fahre bis Tange Boragh. Hier kreuze ich einen Fluss. In der Nähe gibt es ein Wasserkstromkraftwerk und am Fluss picknicken natürlich die Familien. Hinter der Brücke geht die Straße in eine Schotterfahrbahn über. Da ich nicht weiss, wie lange das gehen soll, drehe ich um und fahre bis Yasuj über eine tolle kurvenreiche Passstraße mit über 2480m.

Dann durch die Stadt und südwärts auf der 55 und 67 nach Shiraz. In Ardakan werden alle Straßen neu gemacht, daher ist die Zufahrt zur 67 gesperrt. Während ich noch auf die Karte und das Navi schaue, höre ich hinter mir eine Lautsprecherstimme. Die Polizei fragt nach meinen Sorgen. Ich will nach Shiraz. Sie schauen auf ihr Handy und winken mir zu, ihnen zu folgen. Da die neuen Straßen noch nicht ausgezeichnet sind, fahren sie bis zur 67 einfach vor. Danke.

Danach geht es nur noch bergab an kleinen und größeren Städten vorbei. Shiraz ist die Stadt des Weinsanbaus, allerdings wird zumindest offieziell kein Wein daraus gekeltert. Das Hotel liegt genauso wie in Yazd in einer echt engen Straße. Ich kann zwar drehen und mein Gepäck abladen, soll aber das Moped nicht davor stehen lassen, sondern auf einen bewachten Parkplatz bringen. Bin mal gespannt, wie teuer der Spass wird.

 

Durch die Wüste II

Früh morgns starte ich, um meine heutige Zwischenstation Eqlid zu erreichen. Kurz hinter Yazd geht es zunächst in die Berge. Ich bin dafür dankbar. So ist es wenigstens noch einigermassen kühl. Nicht, das ich frieren würde. Im Reiseführer habe ich von Deh Bala gelesen. Einem einsamen Höhental, in dem hauptsächlich Walnüsse angebaut werden. Die Fahrt dorthin führt mich an Cham vorbei. Hier befinden sich die ehemaligen Schweigetürme der Zorastriker. Diese beerdigten ihre Toten nicht, sondern legten sie in den Schweigetürmen ab, da dies nach ihrem Glauben so geregelt war. Die Knochen der Toten wurden nach dem sie durch Geier vom Fleisch befreit wurden, in der Mitte der Schweigetürme in einen Schacht geworfen.

Im Tal von Del Bala fahre ich immer weiter hoch. Links die Straße rechts ausgiebige „Walnussbaumwälder“. Dazwischen sehe ich immer wieder die Dächer der BAuernhäuser. Irgendwann drehe ich um und fahre weiter Richtung Baghe Miyan. Dabei fahre ich die erste Schotterstrecke im Iran. 10 km geht es über die recht einfach zu fahrende Schotterpiste. Die ist zugleich ein kleiner Pass mit über 2400 Höhenmetern. Dann geht es abwärts über Nir und bei Dehshir biege ich wieder auf die 78 ein. Die Schnellstraße verlasse ich dann nicht mehr bis kurz vor Eqlid. Extrem langweilig, extrem heiss, denn es ist mittlerweile schon mittag. Viele Pausen und viel Wasser.

Das Hotel in Eqlid ist nichts besonders, die Stadt auch nicht und so warte ich auf den nächsten Morgen um die zweite Etappe nach Shiraz zu starten.

Yazd

Da ich relativ früh am Hotel angekommen bin, nutze ich die Zeit in der prallen Sonne, bei gut 35°C ein wenig die Gegend zu erkunden. Yazd ist berühmt für die vielen Windtürme und dafür, dass sie eine der ältesten Städte des Iran ist. Hier war das Zentrum der zorastrischen Relegion. Eine echte Wüstenstadt liegt sie doch zwischen den Wüsten Dascht-e Kawir und der Dascht-e Lut. Daher sind auch die Gassen entsprechned gebaut. Rund um das Hotel sind die Gassen nie wirklich breiter, als 2,50m. Ein kleines Auto passt da gerade durch, wenn die Kurven nicht wären. 200m weiter befindet sich eine nette Einkaufsstraße. Alle Geschäfte machen aber erst abends auf. Ich laufe zu der Jamemochee, quasi direkt neben dem Hotel. Sie stammt aus dem  13. Jahrhundert. Sie wird von einem Paar Minaretten gekrönt, den höchsten im Iran, und die Fassade des Portals ist von oben bis unten mit blendenden Fliesen dekoriert, hauptsächlich in blau gehalten. Von aussen macht sie mehr her, von innen ist sie nicht so eindrucksvoll. Sie soll ander Stelle eines früheren Feuertempels errichtet worden sein. Direkt in der Nähe befindet sich das Rokn od-Din Mausoleum. Hier ist der Gründer der Freitagsmoschee beigesetzt. Die Innenkuppel soll reich verziert sein. Da heute Frauentag ist, kann ich mir das leider nicht anschauen.

Anschließend verziehe ich mich noch in ein Café, schlürfe einen Milchshake und geniesse die Klimaanalge. Abends besuche ich den Minibasar. Sehr nett gestaltet, aber eher für Touristen. Im Restaurant des Hotels wage ich mich an ein Hühnchencurry. Ist aber nicht wirklich toll. Sehr scharf und viele Knochen. Ich glaube, so ist richtiges Curry nicht.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, besuche ich den Tempel der Zorastriker. Hier brennt die ewige Flamme der frühen monotheistischen Religion. Manche Wissenschaftler sagen, dass dies die erste „Ein Gott Religion“ war.Das Zentralgebäude ist in einen schönen Garten eingebettet. Im Nebengebäude kann man sich im Untergeschoss einige „Alltagsscenen“ der Glaubensgemeinschaft anschauen. Im ganzen Park und in den Gebäuden hört man immer wieder Gesänge. Das hat etwas wirklich Friedliches.

Anschließend fahre ich wieder mit „Snap“ zu dem Meydan-e Amir Chaqmaq Platz. Er hat an den Seiten Arkaden, von denen die Ashura Passionsspiele. Außerdem sieht man hier das Nakhl Holzgerüst, welches beim Ashurafest herumgetragen wird. Ganz schön mächtig, da wird so mancehr nachher Rückenschmerzen haben. Quasi unter der gleichnamigen Moschee besuche ich einen riesigen Wasserspeicher. Danach schlendere ich noch ein wenig durch den Basar und lasse mich dann zum Alexander Gefängnis fahren, eine 800 Jahre alte Schule. Gefahren werde ich von einer Frau, die wahrscheinlich neu bei „Snap“ ist. Auf jeden Fall helfe ich mit Google Maps. Mein Geld kann sie nicht wechseln, also frage ich alle möglichen Leute. Keiner kann wechseln, dabei sind es nur 20000 Real. Die letzten Leute die ich anspreche bezahlen für mich und bedanken sich damit, dass ich in ihre Land gekommen bin. Nach dem Besuch, einem mittelmäßigen Kaffe, laufe ich zum Hotel zurück und entspanne bei eingeschalteter Klimanalage. Schon doll soon Ding.

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Abends dann ins nächste Restaurant und auf einer Dachterasse den Abend genossen.

Am nächsten Tag erfahre ich, das das einzige Chance Office genau gegenüber liegt. Also nochmals hin und Dollar gewechselt. Dabei komme ich mit einem Mann aus dem Tourismusbüro direkt nebenan ins Gespräch. Er lernt Deutsch, um dadurch einen Standortvoerteil zu erlangen. Früher war er Tourguide. Trotz steigender Tourismuszahlen ist es schwer, denn auch hier gibt es das Internet.

 

Durch die Wüste I

Heute geht es über Umwege naxh Yazd. Extra. Denn ich will mir zum einem Chak Chak anschauen und zum zweiten meine erste Wüstenerfahrung machen.

Früh geht es los, denn es wird wohl wieder warm. Schnell bin ich aus Ardakan raus. Mein Navi sagt mir ich soll auf die unbefetigte Straße einbiegen. Hab ich ja gar keine Lust drauf. Aber weit und breit kein Schotter. Bester Asphalt. Es wird aber trotzdem wieder einsam. Die Berge rücken näher. In der Ferne biegt ein LKW von der STraße auf einen unbefestigten Weg ab. Die Staubfahne ist weit zu sehen. Sonst nichts. Doch es kommen ab und zu weitere LKW vorbei.

Dann biege ich nach gut 40 km rechts Richtung Chak Chak ab. Es wird kurviger und noch einsamer. Ein paar kleine Serpentinen, dann ein Parkplatz. Am Ziel empfangen mich zwei Jungs, die es aus Afganistan hierhin verschlagen haben. Ach ja und ein Esel. Weit oberhalb sehe ich einige Häuser.

Hier ist Chak Chak oder auch Pir-e Sabz. Chak Chak ist für Zoroastrier eine wichtige Pilgerstelle.

Der Grottenschrein von Pir-e Sabz ist der königlichen Prinzessin Nikbanu gewidmet. Die Prinzessin war die Tochter des letzten sassanianischen Königs Yazdegird III und der Königin Hastbadan. Der Legende nach floh Prinzessin Nikbanu nach Pir-e Sabz, nachdem sich die königliche Partei aufgelöst hatte, um einer Gefangennahme durch die einfallende arabische Horde zu entgehen. Die Araber holten sie ein und wurde gefangen, sie betete fromm und eine Spalte im Berg teilte sich, die Prinzessin wurde dort aufgenommen. Die Felswand schloss sich vor den Augen der verwirrten Araber, aber nicht bevor ein Stück ihres Kleides in der Spalte einer geschlossenen Felswand gefangen war. Dieses kann man als farbigen Felsen sehen.

Es ist mir aber ehrlich zu warm. Mit dicken Mopedstiefeln und Mopedhose tendiert meine Lust gegen „0“.

Dann geht es wieder ein kleines Stück zurück und die „Hauptstraße“ weiter. Bei Kharanaq biege ich Richtung Yazd ab und finde schnell das Hotel in der gröten Lehmziegekstadt der Welt. Zuerst soll ich ein Zimmer direkt neben dem Restaurant bekommen, kann aber interveniern und erhalte im zweiten Haus, in einer Minigasse ein Zimmer. Mutig fahre ich in die Gasse und kann nicht wenden. Toll! Also rückwärts wieder raus schieben, aber leider geht es bergan. Keine Chance. EIn Kellner hilft mir und dann rolle ich eben rückwärts bis vor die Haustür. Alles hat gut geklappt. Ich bin mitten in der Altstadt. Überall enge Gassen, keine Autos, vielleicht mal ein Moped.