Meine Lieblingsstrecke in Georgien

Früh Morgens breche ich aus Stephansminda auf und wußte noch nicht, was mir heute Schönes blüht. Die ersten 95 km bis Zhinvali kannte ich ja schon vom Vortag. Nicht weiter interessant. Dann links abbiegen und nach ein paar Kilometern ging es auf eine super Bergstraße Richtung Tianeti. Komplett neu ausgebaut und eine Landschaft zum reinknien.

In Tianeti erst einmal ein schöne Pause eingelegt und schon ging es weiter mit den tollen Straßen. Diesesmal zunächst Richtung Süden bis Saquridoni. Und wer kommt mir entgegen. Das Pärchen aus Istanbul. Die habe ich in Georgien jetzt schon mindestens fünfmal getroffen und immer rein zufällig.

Endlich mal wieder Pause machen. Und hier lerne ich David und Tea kennen. Tea war vor 20 Jahren als O-Pair in Krefeld und spricht leidlich Deutsch. David fährt ebenfalls eine 1150 GS und ihre gemeinsamen Kinder fahren auch schon Moped. Wir unterhalten uns lange über Motorradfahrer in Georgien, über Service für Motorradfahrer und Motorräder. David schenkt mir zum Schluss Reifenpilot. Wir tauschen natürlich die Adressen aus und ich soll sofort anrufen, wenn irgendwas ist. Ich kann mich nur mit einem Aufkleber revanchieren und lade sie nach Deutschland ein.

Weiter geht es über den nächsten Pass und irgendwann bin ich in Telavi. Hier beginnt die Weinbauregion. Die Unterkunft ist so lala, die Stadt hat aber einiges zu bieten. Z.B. im Stadtzentrum erinnert ein Reiterdenkmal an König Irakli II., der von 1744 bis 1798 Kachetien regierte. Unweit des Denkmals steht der älteste Baum Georgiens. Es handelt sich um eine 900 Jahre alte Platane, die 46 Meter hoch ist und deren Krone 36 Meter misst. Direkt daneben die Festung Batoni. Die ganze Stadt wurde 2012 restauriert. Viele der Bauwerke konnten so erhalten werden.

Wieder alleine unterwegs

Ja ja, so schnell geht die Zeit um. Kaum in Georgien und schon sind 14 super schöne Tage mit der Frau wieder vorbei. Schade schade.

Heute geht es über die georgische Heerstraße nach Stephansminda. Aus Tiflis rauskommen ist genauso chaotisch wie reinkommen. Endlich habe ich die richtige Straße gefunden, dachte ich. Es sollte durch einen Nationalpark gehen. Schließlich bog ich dann mal wieder auf einen Feldweg ab. Alleine, im Stehen, kein Problem, dachte ich. Kein Auto weit und breit, wird nicht so schlimm werden. Zum Glück ging es nur bergab, aber das mal wieder sehr grob. Auf dem Foto sieht es total harmlos aus. War aber auch eine Stelle, wo ich mich getraut habe anzuhalten. Ich war aber froh, irgendwann mal wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Danach ging das Wettrennen mit Autos, Bussen und LKW´s dann wieder los.

IMG_20190819_111544

Am schönen, grünen Zhinvali Stausee vorbei sehe ich nach kurzer Zeit die Festung Anuri. Bevölkert von Touristen. Da es zu dem schon schön warm ist, fahre ich dann doch vorbei. Die Eristawi kontrollierten hier das wichtige Argavi  Tal.

IMG_20190819_115450

Irgendwann schraubt sich die Straße dann weiter hoch. Ein paar Serpentinen kommen dazu und die LKW´s Richtung Russland schnaufen vor sich hin. Im Skiort Gudauri kann ich endlich tanken. Hier wird ein Hotel nach dem anderen gebaut. Kurz danach komme ich am sowjetischen Freundschaftsdenkmal aus dem Jahre 1983. Neben der Bsichtigung werden hier Paraglideflüge angeboten. Auch reiten kann man. Oder man schwingt sich auf ein Quad. Die Reisenden werden hier nicht verhungern, denn vorab muss man durch diverse Verkaufsstände, wenn man sich die Mosaikwand näher ansehen will.

 

IMG_20190819_134523

Nach einigen Kurven ist die Passhöhe des Kreuzpasses mit 2395 m erreicht. Natürlich anhalten und ein Foto machen. Mal wieder komme ich mit zwei Georgiern ins Gespräch. Ich werde zur Klause der hier ansässigen Priester eingeladen. Wir tauschen uns über Gott und die Welt aus und dabei gibt es leckere Wassermelone und vieles mehr. Die drei Fathers sind das ganze Jahr hier. Im Winter sind es leicht drei bis vier Meter Schnee und sie kommen dann nicht weg. Aber der Patrichat hat es so verfügt. Einer der Father hat ein paar Jahre in Saarbrücken gelebt und meint in deren Kirche ist es wie bei Militär. Was der Chef sagt, wird gemacht. Die Zufälle machen die besten Begegnungen.

Kurz vor dem Übernachtungsort biege ich noch nach Sno ab. Was für ein Glück. Mal wieder klasse Landschaften und eine nette Kuh.

In Stepansinda habe ich wieder einmal Riesenglück mit der Unterkunft. Alles super nett. Wir verständigen uns mit Händen und Füssen und natürlich per Übersetzungsapp. Ganz normal.

Die Landschaft ist gigantisch und lässt einen wirklich klein erscheinen.

 

Tiflis

Nach der kleinen, eher beschaulichen Stadt Gori, geht es zumindest im ersten Teil über die Weinstraße zur Hauptsatdt Georgiens. Von ca. 3,5 Millionen Georgien leben ca. 1,5 Mil. in der Hauptstadt. Wir quälen uns Mittags durch gute 5 km Stau. Jeder will der Erste sein und nutzt jede Lücke. Wir auch. Mitten in der Altsadt kommen wir verschwitzt an dem Hotel Old Side Corner an. Auch in der Nachbetrachtung eine super Wahl. In der Nähe des Puschkin Boulevards, in der Naähe der Freiheitsbrücke und und und.

IMG_20190817_220748

Nach gute zwei Tagen Besichtigung kann ich sagen, dass Tiflis sich in meine Hitliste der tollsten Städte neben Istanbul und Stockholm eingereiht hat. Wir haben hier eine super Mischung aus Alt und Neu kennengelernt. Alles auf engstem Raum. Wir werden sicherlich wiederkommen.

Außerdem ganz wichtig für die Weiterfahrt. Ich habe neue Reifen. Mitas e07.

von der Schwierigkeit sich rasieren zu lassen

In der Türkei gibt es jede Menge Barbiershops. Quasi an jeder Ecke. Also nehme ich mir gar kein Rasierzeug mit und lasse mich im jeweiligen Land schön rasieren. Habe ich mir so gedacht. In der Türkei, in Canakale, hat das auch bestens funktioniert.

In Georgien findet sich aber kaum ein Barbier der alten Schule, der mit dem Rasiermesser umzugehen weiß. In Batumi, In Kutaisi und soweiter ganz viele Salons. So auch in Gori. Es gibt hier straßenweise Friseursalons für die Damen und den Herren. Aber bei jedem Salon in dem ich nachfrage, bekomme ich eine Absage, wenn es darum geht mit dem Rasiermesser meinem Bart zu Leibe zu rücken. Mit dem DreiTageBart Rasierer wollen sie mir ins Gesicht. Bei einem endlich der Hinweis: hinter einer Bank um zehn Ecken kann das noch jemand. Und tatsächlich, eine erfahrerner Friseur nimmt sich meiner an.

 

Endlich! Glatt wie ein Kinderpopo

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf zu Stalins Geburtsstadt – Gori

Früh um 08:00 Uhr fuhren wir von unserem „besten“ Hotel der Reise ab und suchten erst einmal eine Möglichkeit etwas zu frühstücken. War garnicht so einfach. Da uns der Weg wieder über Kutaisi führte, sollte es dort am Ufer des Rioni sein. Zwischendurch noch tanken. Wenn treffen wir da, das türkische Pärchen auf dem Weg in die Berge. Jetzt aber mal die Telefonnummern ausgetauscht. Vielleicht treffen wir uns mal beabsichtigt in Tiflis.

Nach einem guten Frühstück, dann weiter Richtung Gori. Wir nehmen einen Umweg durch die Mittelgebirgslandschaft und biegen bei Sestaponie Richtung Norden ab. Der Verkehr nimmt schlagartig ab und wir können unserem eigenen Tempo folgen. Zwiaschendurch sehen wir einige Hütten. Sehen aus wie eine offene Datscha. Das sage ich auch so, bekomme aber eine andere Antwort. Auf den nächsten Bildern wird es klar.

Ich sag nur, andere Länder andere Sittten. Die Straßen sind sehr sehr wellig. Viel schlimmer ist aber heute der starke Seitenwind. Wenn nicht die Sonne wäre, würde ich denken ein Sturm zieht auf. Bei einem Fotostopp kann ich das Moped gerade noch mit den Beinen abstützen, bevor wir umgeweht werden.

IMG_20190814_111718

An einer Kirche in Katskhi machen wir eine Pause und hier werden die streunenden Hunde erst einmal versorgt. Der Priester kippt mal eben schimmliges Brot neben die Kirche und meint wohl damit Gottes Werk verrichtet zu haben. Die Hunde werden es schon fressen, aber selbst diese verschmähen das Brot. Dafür kauft aber Süreyya ein und verteilt Würstchen.

IMG_20190814_120224

Durch Tschiatura und Satschere, zwei dreckige Bergbaustädte, geht es weiter Richtung Süden. Wiedermal denke ich an die Feinstaubdiskussion in Deutschland. Danach wir die Landschaft wieder grün und die Straßen ruhiger.

Ab Gomi geht es noch 30 km bis Gori. Die Landschsft hat sich wieder geändert. Sie erinnert mich sehr an die anatolische Steppenlandschaft. In Gori haben wir ein Super Hotel. Direkt ind der Innenstadt, neben der schön restaurierten Altstadt. Wieder können wir unsere Wäsche waschen, denn zwei T-Shirts am Tag durch zu schwitzen bereitet keine Probleme.

IMG_20190815_143306

Wir machen nach einer kurzen Erholung eine Runde durch die Stadt. Die Innenstadt ist wie immer anders, als in der alten kapitalistischen Welt. Es findet keine Verdichtung auf einen Kernbereich statt. Entlang großer Boulevards finden sich diverse Einkaufsmöglichkeiten. Schuhläden sehen nicht wie Schuhläden aus. Auch andere Geschäfte haben keine wirklichen Schaufenster. Erst, wenn man durch die Tür tritt, sieht man, dass man sich in einem Schuhgeschäft befindet. In der Altstadt Goris sieht man dagegen schon eher unser gewohntes Bild.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Neben unserem Hotel, am Rande der Altstadt eine gutes Restaurant. Am zweiten Abend mit guter Livemusik. Zwei ältere Herrschaften holen alles aus dem Keyboard und der Gitarre raus, was geht.

 

 

 

2. Versuch Prometheus Höhle

Schon auf der Hinreise nach Mestia wollten wir die Höhle besuchen. Nicht allzu weit von Kutaisi gelegn, wäre es ein schönes Zwiaschenziel gewesen. Allerdings, kurz vor diesem Ziel war genau in dieser Richtung der Himmerl rabenschwarz und schon hatten wir einen Besichtigungspunkt weniger. Aber auf dem Weg als Zwischenstopp nach Gori sollte es die Höhle sein. Das Wetter: Super.

img_20190812_142150.jpg

Alles fing fing sehr gut an. Nach dem Tanken locker den Weg wieder bergab. Unterwegs noch Sasa kennengelernt und nett unterhalten. Ein Pärchen aus Istanbul hielt mit deren GS an als wir gerade ein Fotoshooting machten. Fragten, ob alles in Ordnung sei und auch die Beiden haben wir noch öfter unterwegs getroffen.

IMG_20190813_104840

Bis kurz vorm heutigen Tagesziel, dem Hotel Prometheus under dazugehörigen Höhle, schöne Landschaften und mal wieder eine Straße, die zum langsamen Fahren einlud.

Dann zeigte das Navi an, links in eine kleinere Straße einzubiegen. Nur noch knapp 15 km. Zuerst Asphalt, dann landwirtschaftliche Nutzwege und schließlich eine immer weiter ansteigende Geröllpiste, die nicht mehr auffhörte. Irgendwann ging mir dann aber die Luft aus, die Kupplung stank und ich musste mir eingestehen, für uns geht es da nicht mehr weiter. Keine Fotos, keine Zeit. Süreyya musste sowieso immer wieder absteigen, damit ich weiter kam. 1000 ccm weniger, alleine und ein anders Moped. Das wäre es gewesen. So die bisher 10 km wieder zurück auf die asphaltierte Straße und abends am Hotel angekommen.

Keiner da. Lautes Pfeifen und rufen bewirkt, das eine Verwalterin kommt und wir können einchecken. Ab unter die Dusche. Kein Wasser. Zum Glück war die Dame noch da und hat irgendwie zumindest für abends das Wasser zum Laufen gebracht. Die 90 Lari wurden gerne genommen. Uns wird der automatische Toröffner ausgehändigt, der Schlüssel fürs Hotel ist ebenfalls dabei und die Dame verabschiedet sich. Nach einem netten Restaurantbesuch, wieder zurück zum Hotel. Wir waren die einzigen Gäste. Die aber wieder ohne Wasser, aber mit einem durchgelegenen Bett. Immerhin der Strom lief noch.

Morgens natürlich auch kein Wasser. Also ab durch die Mitte, ohne Frühstück und ohne Dusche. Kein Bock mehr auf die Höhle. Bloss weg hier.

 

Auf nach Swanetien

In zwei Tagesetappen, eine super Übernachtung in Zugdidi, fahren wir nach Mestia. Ab Jvari fahren wir in weiten Kurven entlang des Enguri Stausees. Die Staumauer mit 272 m Höhe und 680m Länge ist eine der höchst gelegenen Staumauern der Welt. Hier gibt es noch einige „Cafes“ an denen man eine Pause machen und die schöne Aussicht geniessen kann.

img_20190812_113217.jpg

Irgendwann wechselt der Asphalt dann zu einer Betonpiste. 40 km/h sind vorgegeben und zumindest bergauf teilweise auch nur machbar, denn Beton heisst nicht gleich alles glatt und eben. Teilweise fehlen mal ein paar Teile, teilweise liegen aber auch ein paar kleine Gesteinsbrocken aus den Bergen rum. Die Kurven verwöhnen gerne mal mit losem Schotter. Verschiedene Tiergruppen bevölkern zudem die Straße.

img_20190812_124125-1.jpg

In Mestia angekommen, staunen wir erstmal über das Symbol Swanetiens. Die Wehrtürme. Schon in anderen Dörfern auf dem Weg nach Mestia konnten wir einige sehen.

IMG_20190812_190958

Hier haben sich die Familien eingeschlossen, wenn Gefahr durch andere Familien drohte. Auf ca. 7-8m Höhe befindet sich eine Tür. Wenn die Leiter eingezogen wurde, kam keiner mehr rein, aber auch nicht raus. Bis zu 80 Personen sollen in einen Turm gepasst haben. Heute erfüllen sie keine Funktion mehr und verfallen zusehens. Bis zu 400 Türme soll es einmal nur in Mestia gegeben haben.

IMG_20190813_093508

Mestia entwickelt sich im Sommer zu einem beliebten Wanderort. Im Winter soll der Skitourismus gefördert werden. Ein Skilift ist schon installiert. Ein kleiner Flughafen befindet sich ca. 4km ausserhalb, so dass auch die Anreise vereinfacht wird.

Viele Wanderer laufen erschöpft entlang der zentralen Flaniermeile. Wir haben ein schönes Zimmer bezogen, nachdem ich erst einmal lange einen Weg zur Pension gesucht habe.

Am nächsten Tag geht es wieder zurück. Davon später.